private Krankenversicherung

Jeder Arbeitnehmer in Deutschland ist gesetzlich verpflichtet, eine Krankenversicherung abzuschließen. Als Arbeitnehmer und Angestellter unter einer bestimmten Verdienstobergrenze (2009 sind das 48600 € brutto im Jahr) besteht Versicherungspflicht in einer Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Wer mehr verdient, bzw. nicht zu diesen Berufsgruppen gehört, darf sich in einer Privaten Krankenversicherung (PKV) versichern.

Das Leistungsspektrum der PKV ist wesentlich umfangreicher und vielschichtiger, als in den GKV, wo die Leistungen in einem Leistungskatalog festgelegt sind.

Jeder Privatpatient kann sein Leistungspaket selbst zusammenstellen. Neben Zusatzleistungen, wie Krankentagegeld, oder Chefarztbehandlung im Krankenhaus, können auch alternative Behandlungen mit versichert werden. Auch die Höhe der gewünschten Zuzahlungen bestimmt der Privatpatient beim Vertragsabschluß.

Die Beitragshöhe ist einkommensunabhängig und richtet sich nach dem abgeschlossenen Leistungsumfang, dem Gesundheitszustand, Alter und Geschlecht des Antragstellers und den jeweiligen Bedingungen der PKV.

Bei gleichem Leistungsumfang kann die Beitragshöhe zwischen den einzelnen Anbietern von PKV unterschiedlich hoch sein. Hier sollte unbedingt ein Versicherungsvergleich erfolgen, weil der einmal abgeschlossene Vertrag oft lebenslang gilt und jeder spätere Wechsel schon durch das höhere Lebensalter und eventuelle gesundheitliche Erkrankungen immer höher ist. Theoretisch ist der Wechsel innerhalb der PKV bei Einhaltung der Kündigungsfrist bis 55 Jahre immer möglich.

Ein gewünschter Wechsel von der GKV zur PKV sollte, wenn die Vorraussetzungen bestehen rechtzeitig (bis ca. 40 Jahre) erfolgen. Bis diesem Alter ist der Beitrag der meisten Versicherer noch nicht so stark angestiegen und in der Regel gibt es auch noch keine gesundheitlichen Dauererkrankungen, die zu Beitragszuschlägen führen.

Wer einmal Privatpatient ist, hat kaum die Möglichkeit, wieder zu einer GKV zurück zu kehren. Ausnahme ist zum Beispiel Harz IV. Bei eventuellen finanziellen Problemen kann der Privatpatient in einen Basistarif seiner PKV wechseln, der ähnliche Leistungen, wie die GKV enthält.

Ähnlich wie in den GKV zahlt bei Arbeitnehmern der Arbeitgeber ca. 50 % vom Beitrag.

Der Privatpatient hat im Gegensatz zum Kassenpatienten weltweiten Versicherungsschutz. Er hat absolut freie Arztwahl und bei Spezialisten kaum Wartezeiten. Die Abrechnung der Leistungen erfolgt mit dem Patienten direkt und er rechnet dann, je nach gewähltem Tarif, seine Leistungen mit seiner Kasse selbst ab.

In den privaten Krankenversicherungen gibt es keine beitragsfreie Mitversicherung, wie in den GKV. Jeder Versicherungsnehmer muss einen eigenen Vertrag abschließen und Beiträge zahlen.